Was kommt nach der Schule? Welche Interessen und Stärken habe ich?

Welche Berufe passen zu mir und welche Möglichkeiten gibt es?

 

Die berufliche Orientierung an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule begleitet unsere Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg. Sie beginnt frühzeitig, verbindet persönliche Interessen und Stärken mit praktischen Erfahrungen und ermöglicht vielfältige Einblicke in die Arbeitswelt.

Als Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen setzen wir dabei das Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) um. Die berufliche Orientierung verstehen wir als einen kontinuierlichen Prozess, in dem die Schülerinnen und Schüler zunehmend eigene Vorstellungen entwickeln und konkrete Entscheidungen für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg treffen.


Jahrgang 8 – Orientierung beginnt mit dem Entdecken


In der Sekundarstufe I geht es zunächst darum, die eigenen Interessen, Stärken und Fähigkeiten kennenzulernen und einen möglichst vielfältigen Einblick in die Arbeitswelt zu erhalten. Angebahnt wird dieser Prozess bereits im Wahlpflichtunterricht (ab der Jahrgangsstufe 7).   

 

In Klasse 8 beginnt die intensive Phase der beruflichen Orientierung. Im Rahmen von „Potentiale entdecken – Dein Einstieg in die Berufliche Orientierung“ setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren persönlichen Interessen, Fähigkeiten und Stärken auseinander. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die weiteren Schritte der beruflichen Orientierung.


Bei den Berufsfelderkundungstagen im 2. Halbjahr erhalten sie anschließend Einblicke in verschiedene Bereiche der Arbeitswelt und sammeln erste Erfahrungen in Betrieben. Ergänzt wird dies durch weitere praktische Angebote und Betriebserkundungen.


Ein fester Bestandteil ist auch der Besuch des Technikzentrums Südwestfalen. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8, 9 und 10 besuchen das Technikzentrum jeweils einmal pro Schuljahr und bearbeiten dabei in jedem Jahr ein anderes Modul. Auf diese Weise können sie unterschiedliche technische und berufliche Tätigkeitsfelder kennenlernen und ihre praktischen Erfahrungen über mehrere Schuljahre hinweg erweitern. Im Technikzentrum erhalten die Lernenden dann bereits auch erste Kontakte zu Unternehmen aus der Lüdenscheider Industrie.


Beim Handwerkstag in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Südwestfalen lernen die Jugendlichen unterschiedliche handwerkliche Tätigkeiten und Ausbildungswege kennen.

 

Darüber hinaus ermöglichen Girls’Day und Boys’Day, unterschiedliche Berufsfelder kennenzulernen und dabei auch traditionelle Vorstellungen über typische Frauen- und Männerberufe zu hinterfragen.

 

Jahrgang 9 – Praktische Erfahrungen sammeln


In Klasse 9 wird die berufliche Orientierung noch konkreter. Ein zentraler Baustein ist das dreiwöchige Betriebspraktikum vor den Osterferien. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dabei die Möglichkeit, den Arbeitsalltag in einem Betrieb über einen längeren Zeitraum kennenzulernen, eigene Erfahrungen zu sammeln und ihre bisherigen Vorstellungen von Beruf und Arbeitswelt zu überprüfen.


Auch im 9. Schuljahr besuchen die Schülerinnen und Schüler das Technikzentrum Südwestfalen und lernen im Rahmen eines weiteren Moduls neue Inhalte und Berufsfelder kennen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung auf den Übergang in Ausbildung und Beruf. Dazu findet jährlich ein Bewerbungstraining in Kooperation mit VDM Metals aus Werdohl statt. Die Schülerinnen und Schüler setzen sich dabei praxisnah mit Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgesprächen und den Erwartungen von Unternehmen auseinander.

 

Für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen gibt es ab Jahrgang 9 zusätzlich spezielle BWO-Kurse (Berufswahlorientierung). Sie bereiten gezielt auf die Anforderungen der Berufswelt vor und unterstützen die Jugendlichen dabei, eigene berufliche Perspektiven zu entwickeln und konkrete nächste Schritte zu planen.

Jahrgang 10 – Entscheidungen vorbereiten


In Klasse 10 steht die konkrete Vorbereitung auf den Übergang nach der Schule im Mittelpunkt. Ein zweiwöchiges Betriebspraktikum nach den Herbstferien bietet erneut die Gelegenheit, berufliche Erfahrungen zu sammeln und eigene Vorstellungen zu überprüfen oder zu konkretisieren.

Auch der Besuch des Technikzentrums Südwestfalen gehört weiterhin zur beruflichen Orientierung. Durch das jeweils neue Modul erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre praktischen Erfahrungen und lernen weitere Tätigkeitsbereiche kennen.

 

Ebenfalls auf der Tagesordnung steht der Besuch des Infotrucks der Metall- und Elektroindustrie auf dem Sternplatz in Lüdenscheid. An praktischen Stationen können die Schülerinnen und Schüler technische Arbeitsbereiche kennenlernen und sich über Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten informieren.

 

Jahrgangsübergreifende berufliche Orientierung


Ein besonderer Bestandteil unseres Angebots ist der StARG-Karrierekompass, unsere Ausbildungs- und Studienmesse, die seit 2024 in jedem Jahr organisiert wird. Hier kommen Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 9 mit Unternehmen, Institutionen und weiteren Bildungspartnern direkt ins Gespräch und können sich über Ausbildungsberufe, Studienmöglichkeiten und unterschiedliche Wege nach dem Schulabschluss informieren. Bei der Veranstaltung 2025 waren beispielsweise mehr als 50 Aussteller vertreten.

 

Darüber hinaus organisieren wir Betriebserkundungen (z.B. bei ERCO, ABB Busch-Jaeger, Phoenix Feinbau oder der Kostal Gruppe) sowie verschiedene praxisorientierte Veranstaltungen. 2026 fand die 1. Lüdenscheider Industrietour der Adolf-Reichwein-Gesamtschule in Zusammenarbeit mit ABB Busch-Jaeger und ERCO statt. Dabei erkundete eine Gruppe aus Schülerinnen, Schülern sowie Lehrkräften gemeinsam beide Unternehmen.

Beratung im BOB-Raum


Ein wichtiger Bestandteil der beruflichen Orientierung ist die persönliche Beratung. Dafür steht an unserer Schule der BOB-Raum (Berufsorientierungsraum) als zentrale Anlaufstelle zur Verfügung.


Hier finden Beratungsgespräche statt und Schülerinnen und Schüler erhalten Unterstützung bei Fragen rund um Berufswahl, Praktikum, Ausbildung und Bewerbung. Auch bei der Suche nach passenden Anschlussmöglichkeiten oder bei der Vorbereitung auf Bewerbungsverfahren können die Jugendlichen individuelle Unterstützung erhalten.

 

Eine feste wöchentliche Sprechstunde findet im Schuljahr mit Herrn Thiessenhusen (Stubo SI) statt. 

Für die Sekundarstufe I ist Herr Diebel als Berufsberater der Agentur für Arbeit Ansprechpartner an unserer Schule. In der Sekundarstufe II steht Herr Türk für die Beratung zur Verfügung.


Starke Partner an unserer Seite


Berufliche Orientierung lebt vom Austausch mit Menschen aus der Praxis. Deshalb arbeiten wir eng mit Unternehmen, Handwerksbetrieben, Institutionen und weiteren außerschulischen Partnern zusammen. Ein regelmäßiger Austausch findet auch mit dem Arbeitgeberverband Lüdenscheid statt.


Auch die Azubi-Säule bietet den Schülerinnen und Schülern Informationen rund um Ausbildungsberufe und aktuelle Möglichkeiten.



Berufliche Orientierung als Weg


Die berufliche Orientierung an der StARG verbindet schulisches Lernen mit praktischen Erfahrungen und persönlichen Begegnungen. Dabei geht es nicht darum, möglichst früh einen bestimmten Beruf festzulegen. Vielmehr möchten wir unsere Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, ihre eigenen Interessen und Fähigkeiten realistisch einzuschätzen, verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen und Schritt für Schritt eine begründete Entscheidung für ihren weiteren Weg zu treffen. Über die Jahrgänge 8, 9 und 10 hinweg lernen die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Stärken kennen, erkunden unterschiedliche Berufsfelder, sammeln praktische Erfahrungen in Betrieben und setzen sich zunehmend konkret mit ihren Möglichkeiten nach der Schule auseinander.


Koordiniert wird die berufliche Orientierung in der Sekundarstufe I von Herrn Thiessenhusen. Er ist Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen sowie für die Zusammenarbeit mit den externen Partnern und koordiniert die verschiedenen Bausteine der beruflichen Orientierung.

 

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